Rotmilan
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Der Rotmilan oder Gabelweihe (Milvus milvus) ist hauptsächlich in Europa beheimatet, mit Schwerpunkt Deutschland und 42 % des weltweiten Rotmilanbestandes. Nur wenig Brutpaare gibt es auch in Nordwestafrika. Man findet ihn in offenen, mit kleinen und größeren Gehölzen durchsetzten Landschaften, wie Agrarlandschaften mit Feldgehölzen, Parklandschaften und an Offenland grenzende strukturierte Waldränder, seltener Heide- und Moorgebiete mit Baumbestand. Nahrung sind verschiedene Kleinsäuger und Vögel, vor allem in der Brutzeit, aber auch Käfer (Coleoptera), Regenwürmer (Lumbricidae), aber auch Reptilien, Amphibien und Aas. Horststandorte und Horstbäume sind sehr unterschiedlich, in Mitteleuropa handelt es sich aber hauptsächlich um Eichen, Buchen oder Kiefern. Brutzeit ist frühestens ab Ende März, in der Regel aber erst Anfang bis Mitte April bis in den Mai hinein. Das Gelege besteht meist aus drei Eiern, es können aber auch mal bis 5 Eier sein. Die Eier bebrütet fast ausschließlich das Weibchen etwa 32 bis 33 Tage. Die Nestlingszeit beträgt, abhängig von Witterung und Nahrungsangebot zwischen 48 und 54 Tagen. In Extremfällen fliegen die Jungen erst nach 70 Tagen aus. Als Teilzieher verlassen die meisten Vögel Mitteleuropas im Spätherbst ihre Brutgebiete und ziehen nach Südwesten ab. Sie bleiben größtenteils in Südwesteuropa, nur sehr wenige ziehen weiter bis in die Sahelgebiete Afrikas. In zunehmender Zahl versuchen Rotmilane auch in ihren mitteleuropäischen Brutgebieten zu überwintern.
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