Die Große Wiesenameise (Formica pratensis) ist paläarktisch von den Pyrenäen bis zum Jenissei in Sibirien verbreitet. In Europa kommt sie von Fennoskandinavien bis zum Balkan vor. In den Alpen siedelt sie bis zu einer Höhe von 1.500 Metern. Man findet sie an gut besonnten Stellen auf offenen Flächen wie bebuschten Trockenrasen, trockenen Heiden und Wiesenhängen in der Nähe von Baumgruppen, an Wegrändern und Böschungen. Sie bildet meist monogyne oder auch schwach polygyne Staaten. Oft lebt der Staat in einem einzelnen Nest, selten entstehen polydome Nestkolonien, eigentlich nur bei Abwesenheit dominanter Arten (z. B. Rote Waldameise (Formica rufa)). Die initiale Koloniegründung erfolgt sozialparasitär bei Sklavenameisen (Serviformica), überwiegend bei der Rotrückigen Sklavenameise (Formica cunicularia). Als Besonderheit bildet diese Waldameisen-Art jedes Jahr eine zweite Geschlechtstierbrut aus. Die erste Generation schwärmt zwischen Ende April und Mitte Juli, die zweite Generation zwischen Mitte August bis Ende September. Diese zweite Generation von Geschlechtstieren, sowie die Größe der Arbeiterinnen wird durch die verstärkte Fütterung mit Drüsensekreten ermöglicht, da alle Arbeiterinnen der Großen Wiesenameise über außergewöhnlich gut entwickelte Futterdrüsen verfügen. Die Ernährung besteht vorwiegend aus Insekten und anderen kleineren Beutetieren sowie aus Honigtau der Blattläuse. Sie trägt zur Verbreitung von myrmekochoren Pflanzen bei, deren ölige Samenanhängsel (Elaiosomen) als Nahrung genutzt werden. Die Streukuppel ihrer Hügelnester besteht aus zerbissenen Halmen, Baumnadeln und kleinen Ästen. Der Durchmesser kann über einen Meter betragen, allerdings sind die Hügel immer sehr flach.